Mai 2017 ist vorbei. Die Wohnung fühlt sich plötzlich größer und leerer an, seit Ines’ Schritte nicht mehr im Flur hallen. Aber die Leere ist nicht unangenehm – sie ist ein Raum, den Lady M sofort zu füllen beginnt.
Sie kommt am Abend des 14. Juli zum ersten Mal „offiziell“ in meine neue Rolle. Kein großes Theater, keine dramatische Übergabezeremonie. Sie trägt einfach die schwarze Lederjacke, die ich so gut kenne, und hat eine kleine, unauffällige Sporttasche dabei. Darin: Handschellen, ein neuer, etwas engerer Keuschheitsgürtel (Modell „Typ S“ kompakt, wie sie später grinsend erklärt), und eine sehr schwere, gepolsterte Augenbinde aus echtem Leder, die sie selbst entworfen hat.
„Knie dich hin, Bitch. Hände auf den Rücken. Augen zu.“
Ich gehorche sofort. Kein Zögern mehr wie früher. Die Trennung von Ines hat etwas in mir umgeschaltet – ich weiß jetzt, dass ich genau das brauche. Und Lady M weiß es auch.
Sie spricht leise, fast zärtlich, während sie mir die neue Augenbinde anlegt. Viel fester als Ines es je getan hat. Die Polster drücken gegen die Augenhöhlen, kein Lichtstrahl kommt durch.
„Ines hat dich gut vorbereitet. Aber sie hat dich irgendwann bemitleidet. Das war ihr Fehler. Ich bemitleide dich nicht. Ich forme dich.“
Dann höre ich das vertraute Klicken des Gürtels. Kälteres Metall. Der neue Käfig ist kürzer, enger an der Basis – jede Bewegung wird sofort bestraft. Sie schließt ab, zieht den Schlüssel einmal durch die Luft, als wollte sie ihn mir vor der Nase baumeln lassen, obwohl ich nichts sehe.
„Heute Nacht schläfst du nicht im großen Käfig. Du schläfst in der Kiste.“
Die Kiste. Ich kannte sie schon von Fotos, die Lady M mir irgendwann mal geschickt hatte. 80 × 60 × 55 cm. Holz, innen mit dünnem Schaumstoff ausgeklebt, aber nur an den Seiten – der Boden ist hart. Zwei kleine Löcher für Luft, eins für einen Trinkschlauch, falls sie es für nötig hält. Und ein stabiles Vorhängeschloss.
Sie führt mich – nackt, gefesselt, blind – die Treppe hinunter in den Keller. Jede Stufe ist Demütigung pur, weil ich stolpere und sie mich nur mit einem leichten Ruck am Halsband korrigiert. „Langsam, Schlampe. Du willst doch nicht fallen, bevor ich dich verstaut habe.“
Im Keller riecht es nach Holz und ein bisschen nach ihrem Parfüm, das sie absichtlich auf die Kiste aufgetragen hat. Sie öffnet den Deckel. Es klingt schwer und endgültig.
„Rein.“
Ich krieche hinein. Die Kiste ist so klein, dass ich weder liegen noch richtig sitzen kann – nur embryonale Haltung, Knie an die Brust gezogen, Kopf nach unten geneigt. Sie drückt den Deckel zu. Dunkelheit. Vollkommene Dunkelheit.
„Klack. Klack. Klack.“ Drei Vorhängeschlösser. Eins oben, eins seitlich, eins als Sicherung.
Dann Stille.
Nach vielleicht zehn Minuten höre ich ihre Stimme über den kleinen Lautsprecher, den sie in die Kiste eingebaut hat. Wahrscheinlich Bluetooth.
„Gute Nacht, mein Cuck. Ich bin heute Abend verabredet. Ein sehr attraktiver Mann, 1,90 m, breite Schultern, 32 Jahre. Er weiß genau, was er will – und er nimmt es sich. Du wirst dir vorstellen können, wie er mich nimmt, während du hier liegst und dein kleiner eingesperrter Wurm gegen das Metall drückt.“
Sie macht eine Pause. Ich höre sie lächeln.
„Falls du bis morgen früh durchhältst ohne zu jammern, darfst du vielleicht meinen Schuh ablecken, wenn ich zurückkomme. Falls nicht … verlängere ich deine Zeit in der Kiste um einen ganzen Tag. Pro Minute Gejammer eine Stunde extra.“
Dann Stille. Kein „Ich bin bald zurück“. Kein „Ich hab dich lieb“. Nur Stille und der leichte Geruch ihres Parfüms, der sich langsam mit meiner eigenen Angst und Erregung mischt.
Ich liege da. Die Stunden vergehen. Irgendwann höre ich nichts mehr außer meinem eigenen Atem und dem dumpfen Pochen in meinem eingesperrten Schwanz.
Irgendwann – viel später – kommt sie zurück. Ich höre Absätze auf der Kellertreppe. Langsam. Bewusst langsam.
Der Deckel öffnet sich nicht sofort.
Stattdessen nur ihre Stimme, ganz nah am Holz:
„Na, meine kleine Bitch? Hast du schön an mich gedacht?“
Ich flüstere: „Ja, Herrin Lady M.“
„Gut. Dann fängt der eigentliche Unterricht jetzt erst an.“
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