Lady M: Der erste Abend ohne Rückfahrkarte
Mai 2017 ist vorbei. Die Wohnung fühlt sich plötzlich größer und leerer an, seit Ines’ Schritte nicht mehr im Flur hallen. Aber die Leere ist nicht unangenehm – sie ist ein Raum, den Lady M sofort zu füllen beginnt. Sie kommt am Abend des 14. Juli zum ersten Mal „offiziell“ in meine neue Rolle. Kein großes Theater, keine dramatische Übergabezeremonie. Sie trägt einfach die schwarze Lederjacke, die ich so gut kenne, und hat eine kleine, unauffällige Sporttasche dabei. Darin: Handschellen, ein neuer, etwas engerer Keuschheitsgürtel (Modell „Typ S“ kompakt, wie sie später grinsend erklärt), und eine sehr schwere, gepolsterte Augenbinde aus echtem Leder, die sie selbst entworfen hat. „Knie dich hin, Bitch. Hände auf den Rücken. Augen zu.“ Ich gehorche sofort. Kein Zögern mehr wie früher. Die Trennung von Ines hat etwas in mir umgeschaltet – ich weiß jetzt, dass ich genau das brauche. Und Lady M weiß es auch. Sie spricht leise, fast zärtlich, während sie mir die neue Augenbinde anlegt....